Türkisches Bad

Türkisches Bad
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Das türkische Bad, auch bekannt als Hamam, ist weitaus mehr als nur ein Ort der Reinigung. In der türkischen Kultur steht ein Hamam gleichzeitig für Gesundheit, Geselligkeit sowie Entspannung. Selbst nach der Einrichtung eines Badezimmers im eigenen Haus, besuchen Türken mit Vergnügen ein türkisches Bad und lassen die alte Tradition weiterleben.

Was bedeutet Hamam?

Das Wort Hamam stammt aus zwei Sprachen ab: Auf ägyptisch bedeutet Hamam „baden“, im hebräischen steht es für „warm“. In der türkischen Kultur misst man dem Wort Hamam die Bedeutung bei, eine Stätte für Sauberkeit, Reinheit sowie Gesundheit zu sein. Der Gedanke dahinter ist der Glaube, Krankheiten fernzuhalten und die Annahme, das es bei der Krankheitsbehandlung hilft.
Bis heute gilt das türkische Bad als Kurort, in dem zusätzliche, sportliche Einrichtungen untergebracht werden bzw. Kulturveranstaltungen stattfinden – eine wahre Oase der Erholung.

Die Ursprünge des Hamams

Türkische Bäder wurden errichtet, um das frische Wasser für Heilungszwecke zu nutzen. Die Badeanstalten befanden sich an Plätzen, an denen es heißes Quellwasser gab. Mit der Erfindung einer Warmwasseraufbereitung, konnten Hamambäder unabhängig von den Quellen an sämtlichen Stellen erbaut werden.
Als die Türken in den Nahen Osten einwanderten, brachten sie die Hamamkultur nach Anatolien. Obwohl die Badekultur in ganz Anatolien präsent war, verwurzelte sie im Laufe der Zeit tief mit der türkischen Kultur und wurde zu einem festen Bestandteil.
Die Architektur eines Hamams lässt Rückschlüsse auf die Epoche zu, in der sie gebaut wurden. Heute gibt es viele Rekonstruktionen, um den osmanischen Charme auch in den Neubauten einzufangen. Selbst die modernen türkischen Bäder besitzen ihre ganz eigene Atmosphäre, die Sie während Ihres Besuches am eigenen Leib erfahren dürfen.

Von damals bis heute – Bedeutung der türkischen Bäder

Im Osmanischen Reich spielte das Hamam eine wichtige Rolle, insbesondere für die Sozialisation der Frauen. Geöffnet waren türkische Bäder die ganze Nacht, besonders vor Bayram. Außerdem diente das Hamam als Stätte für andere Feierlichkeiten.

Zukünftige Ehefrauen feierten vor ihrer Ehe im Hamam (gelin hamam). Auch nach der Geburt ihres Kindes oder nach dem ersten Bad des Babys wurde gerne das Badehaus besucht (lohusa hamamı).

Männer hingegen gingen gerne in die Badeanstalt, um die Eheschließung, die Beschneidung oder den Militärdienst zu zelebrieren. Alle Türken statten dem Hamam vor Bayram einen Besuch ab und lassen sich für die anstehenden Feiertage herausputzen. Diese Bräuche setzen sich in weiten Teilen von Anatolien fort.